Im amerikanischen Restaurant
Waren Sie schon einmal in einem echt amerikanischen Restaurant in Deutschland? In Bremen-Brinkum gibt es das Lara’s, in Oyten Daisy’s Diner. In solchen Einrichtungen kann man die Gepflogenheiten der amerikanischen Esskultur schon mal in abgeschwächter Form testen.
Wenn man reinkommt, fühlt man sich wie in der früheren DDR. “Please wait here, You will be seatet.” Falls so ein Schild nicht da steht, sollte man sicherheitshalber das Personal fragen, ob man sich denn einen Platz aussuchen dürfe.
Da wird man dann also durch die Kellnerin oder den Kellner zum Platz geführt. Kaum hat der Hintern den Stuhl oder die Bank berührt, steht schon ein Halbliterglas eisgekühltes Wasser auf dem Tisch. Das ist dann halt im Preis so mit drin. Mir ist allerdings aufgefallen, dass die Wasserspende nur in den Bundesstaaten Washington und Oregon gewährt wird. In anderen Einrichtungen erhält man einen “Appetizer”. Irgendwas zum Knabbern, Nachos z.B.
Das Getränk ist bestellt und man kann sich in Ruhe der Karte widmen. In Ruhe? Nunja, man hat gefühlte 60 sec. bevor das bestellte Getränk da ist und die Bedienung einem wieder auf die Pelle rückt. Die Liste der Speisen ist oft erstaunlich kurz. Wenn man sich dann für ein Gericht entschieden hat, erfährt man auch, warum, denn dann geht die Fragerei erst richtig los.
How would you like the steak? bloody, medium or well done?
What do like as a side order? French fries, baked potato, rice …
What cream do you like on your baked potato? butter, garlic, sour cream?
What do you like as your second side order? brocoli, salad?
What dressing do you like for the salad? french, italian, greek?
What kind of toast do you like?
Und so weiter. So als Nicht-Amerikaner muss man schon genau zuhören und es macht sich echte Erleichterung breit, wenn man den Fragenkatalog endlich hinter sich hat.
Ist das Essen dann da, kriegt man in der Regel einen Schock über die pure Menge. die man da verdrücken soll. Tapfer macht man sich ans Werk. Spätestens jetzt möchte ich eine Warnung aussprechen. US.amerikanische Küche ist meist als Fingerfood ausgelegt, sprich, mit den Fingern anzufassen. Steaks sollte man kleinschneiden und dann die Gabel in die rechte Hand nehmen. Mit Messer und Gabel zu essen beherrschen nur die Europäer und als solche sind sie dann im Lokal zu erkennen!
Zweitens, und das musste ich mir von meinem italienischen Freund sagen lassen. sollte man Gespräche nur leise führen. Deutsche wären in Restaurants immer sehr laut, meint er. Oops.
Als Deutscher ist man ja gewöhnt, beim Essen in Ruhe gelassen zu werden, nicht hier in Amerika. Da wird alle paar Minuten nachgefragt, ob denn auch alles in Ordnung sei, und ob noch was fehle. Spätestens nach dem 3. Mal fühlt man sich tatsächlich belästigt. Aber wir sind ja Gast in diesem Land und akzeptieren das, denn es ist immer noch besser als wie zu Hause verzweifelt den Kellner auf sich aufmerksam machen zu müssen!
Zum Schluss das Allerwichtigste: Trinkgeld geben! Die Speisen und Getränke werden meist fast zum Einkaufspreis verkauft, die Kellner bekommen ohne Trinkgelder kaum etwas.
Dieses System führt automatisch dazu, dass die Bedienung sich Mühe gibt. Sie strahlt Freundlichkeit aus, ist motiviert, schnell und hilfsbereit. Das sollte belohnt werden!









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